
Gesamtsanierung Museum Langmatt 2024–26
In den nachfolgenden Rubriken finden Sie Informationen zum Projekt Gesamtsanierung Museum Langmatt sowie Antworten auf die häufigsten Fragen.
Kurz erklärt
Die Villa Langmatt litt seit Langem unter Substanzverlust. Gleichzeitig stand das Vermögen der Stiftung Langmatt Sidney und Jenny Brown (Stiftung Langmatt) kurz vor der Erschöpfung. Das kantonale Schutzobjekt musste für 20 Mio. Franken saniert und der Betrieb auf eine finanziell gesunde Basis gestellt werden, um diesen überregionalen Leuchtturm zu sichern.
Die Stadt Baden und die Stiftung Langmatt haben sich dazu auf ein partnerschaftliches Vorgehen geeinigt: Während die Stiftung ihr Vermögen sanierte und aus den Kapitalerträgen sowohl den Museumsbetrieb als auch die künftige Instandhaltung der Villa sicherte, leistete die Stadt – unter Mithilfe von Kanton und Dritten – den Hauptbeitrag zur Instandsetzung der Immobilie.
Das Gebäude des Museums Langmatt – die gleichnamige Villa – war dringend sanierungsbedürftig. Gleiches galt für das Kapital der Stiftung Langmatt, der Trägerin des Museums. Die Erträge aus dem Stiftungskapital reichten bei Weitem nicht aus, um den Museumsbetrieb zu finanzieren, nicht zuletzt, weil seit Jahren erhebliche bauliche Notmassnahmen zu tätigen waren. Haus und Stiftungsvermögen mussten saniert werden, damit die Stiftung überlebensfähig und das Museum inklusive Park weiterhin für die Öffentlichkeit zugänglich und erlebbar bleiben.
Dank planmässigen Projektverlauf kann das sanierte Museum Langmatt am Samstag, 9. und Sonntag, 10. Mai 2026 wiedereröffnet werden.
WER
Die Langmatt ist ein einzigartiges Ensemble, bestehend aus Architektur, Gartenanlage und Kunstsammlung. Sie zählt zu den wichtigsten privaten Sammlungen des Impressionismus in Europa und wurde im Wesentlichen zwischen 1908 und 1919 von Sidney Brown und seiner Frau Jenny angelegt, eine der Gründerfamilien der BBC. Heute ist die Langmatt ein wichtiger Ort Badener Identität, der Begegnung und Erholung.
WAS
Es gab zwei Sanierungsbereiche: 1. Die Villa musste baulich saniert werden. 2. Das von Anfang an zu knapp bemessene Stiftungskapital, aus dessen Erträgen der Betrieb einschliesslich Gebäudeunterhalt zu bezahlen ist, musste finanziell saniert, sprich: erhöht werden. Für beide Bereiche haben die Stadt Baden und die Stiftung Langmatt partnerschaftlich einen Plan entwickelt, der unter anderem auch vom Kanton Aargau mitgetragen wird.
WARUM
Die Langmatt als bedeutendes Museum, Industriekulturzeuge und wunderbares Haus der Entdeckungen, das einer breiten Bevölkerung eine Vielfalt an Erlebnissen bietet, muss der Öffentlichkeit erhalten bleiben. Die Langmatt hat in den letzten Jahren mit Veranstaltungen und Ausstellungen deutlich an Attraktivität gewonnen, die Besucherzahl hat sich von 2015 bis 2023 auf rund 25'400 Personen fast vervierfacht.
WIE
Die Gebäudesanierung kostet rund 20 Mio. Franken. Daran beteiligten sich die Stadt Baden, der Kanton Aargau, Stiftungen, Gemeinden, Unternehmen und Privatpersonen. Für die Gebäudesanierung und die zukünftige Instandhaltung ist die gemeinnützige Villa Langmatt AG zuständig. Daran beteiligen sich die Stiftung Langmatt zu zwei Dritteln und die Einwohnergemeinde Baden zu einem Drittel (mit 10 Mio. Franken; so leistete sie ihren Beitrag an die bauliche Sanierung). Für die Sanierung des Stiftungsvermögens erbrachte 2023 ein Verkauf von 3 Bildern ca. 40,3 Mio. Franken, aus deren Kapitalerträgen der Betrieb finanziert wird. Alle zentralen Meisterwerke der Sammlung bleiben in der Langmatt.
WANN
Der Beteiligung der Stadt an der Villa Langmatt AG und damit an der baulichen Sanierung stimmte das Badener Stimmvolk am 18. Juni 2023 zu. Der Ja-Stimmen-Anteil betrug 79.25 %. Am 9. November 2023 erfolgte der Bilderverkauf für die Sanierung des Stiftungsvermögens in Zusammenarbeit mit dem Auktionshaus Christie’s. Wegen der zweijährigen Sanierung des Gebäudes ist das Museum 2024 und 2026 geschlossen. Die Wiedereröffnung findet am 9./10. Mai 2026 statt.
Finanzierung
In der Projektentwicklung wurde schnell klar, dass keine der involvierten Parteien die Herausforderung alleine meistern kann. Daraus resultierte eine Einigung zwischen der Stadt Baden, dem Kanton Aargau und der Stiftung Langmatt: Während sich Stadt und Kanton – unter Mithilfe von Dritten – substantiell an den Investitionskosten für die Sanierung der Immobilie beteiligten, übernahm die Stiftung die Verantwortung für die Sanierung ihres Kapitals, um den laufenden Betrieb des Museums zu sichern.
Die Instandsetzung der Immobilie der Langmatt beläuft sich auf rund CHF 20 Mio.
Die Investitionskosten wurden unter den beteiligten Parteien – Stadt Baden, Kanton Aargau, Regionsgemeinden, Stiftungen, Unternehmen und Private – aufgeteilt. Stiftung und Museum generierten rund 3,35 Mio. Franken an Drittmitteln durch Beiträge von Stiftungen, Unternehmen, Gemeinden und Privatpersonen.
Voraussetzung für die Beteiligung der verschiedenen Partner:innen an den Investitionskosten war, dass der künftige Betrieb des Museums Langmatt langfristig gesichert sein muss.
Dazu hat sich die Stiftung verpflichtet, die künftigen Betriebskosten über den Kapitalertrag eines Bilderverkaufs zu sichern. Mit dem gelösten Kapital von rund 40,3 Mio. Franken kann die Stiftung jährlich genug Ertrag erwirtschaften, um zukünftig den nötigen Beitrag an die Betriebskosten zu leisten. Die Stiftung verpflichtete sich zudem, aus den Erträgen den Unterhalt der Immobilie sicherzustellen und gleichzeitig Rückstellungen zu bilden.
Während des dreijährigen Projekts Zukunft Langmatt wurden vom Stiftungsrat und von Heller Enterprises alle Möglichkeiten zur Sanierung des Stiftungskapitals eingehend geprüft. Selbstverständlich ist es schmerzlich, dass drei Bilder aus dem eigenen Bestand veräussert werden mussten, aber als Ultima Ratio leider ohne Alternative. Umfangreiche Abklärungen unter Beizug von Spezialist:innen ergaben, dass die angestrebten 40 Mio. Franken mit einem Verkauf von höchstens drei Bildern erreichbar sein würden, ohne den Kernbestand der Sammlung zu tangieren. Die zuständige Stiftungsaufsicht hatte in der Folge und mangels Alternativen dem Bilderverkauf zugestimmt. Der Verkauf erfolgte am 9. November 2023 in Zusammenarbeit mit dem Auktionshaus Christie’s. Der begrenzte Verkauf hat es ermöglicht, das gesamte historische Ensemble für die nachfolgenden Generationen zu retten.
Am 3. Juni 2020 beschloss der Einwohnerrat der Stadt Baden die Umsetzung der Strategie «Zukunft Langmatt». Es war eine Entscheidung von historischer Tragweite, um die Zukunft des Museums Langmatt zu sichern. Die vom Stadtrat und Stiftungsrat Langmatt gemeinsam lancierte Strategie unter Leitung des renommierten Kulturunternehmers Martin Heller klärt die Finanzierung der seit Langem erforderlichen Instandsetzung des Gebäudes und beschreibt die zukünftige betriebliche und inhaltliche Ausrichtung des Museums Langmatt.
Die Badener Stimmbevölkerung stimmte am 18. Juni 2023 mit einem Ja-Stimmen-Anteil von 79.25 % für die Kostenbeteiligung der Stadt in Höhe von 10 Mio. Franken an der Gesamtsanierung des Museums Langmatt. Das überwältigende Resultat wurde in dieser Höhe nicht erwartet und stellt ein eindrucksvolles Bekenntnis der Bevölkerung zum Museum Langmatt dar. Es zeigte sich, dass die strategische Neuausrichtung der Langmatt seit 2016 richtig und wichtig war.
Bauprojekt
Die denkmalgeschützte Villa hat in den vergangenen rund 120 Jahren keine Gesamtsanierung erfahren. Die historisch wertvolle und geschützte Substanz wurde restauriert, die Sicherheits- und Haustechnik grundlegend erneuert und angemessene energetische Ertüchtigungen wurden vorgenommen.
Vom Keller bis unter das Dach wurde in der Villa eine Gesamtfläche von 2630 m² saniert, verteilt auf 75 Räume.
Um den Bedürfnissen des Publikums zu entsprechen, stehen vier Neuerungen im Zentrum: Pavillon, Eingangsbereich, Lift und Ganzjahresöffnung.
Die Stiftung Langmatt war Bauherrin. Die Abteilung Bau der Stadt Baden unterstützte die Stiftung bei Planung und Umsetzung des Bauvorhabens.
Kaleidoskop
Eine Frage, eine Antwort: Daraus entstand ein Clip von maximal 60 Sekunden. Von Frühling 2022 bis Ende 2023 kamen im Online-Format Kaleidoskop Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Kultur zu Wort. Sie beantworteten jeweils eine Frage zu Gegenwart und Zukunft des historischen Ensembles Langmatt und dessen Faszination.
Im Laufe der knapp zwei Jahre entwickelte sich aus der Vielfalt der Stimmen ein stetig wachsendes Mosaik unterschiedlicher Perspektiven. Die Clips sind auf Instagram unter #kaleidoskop_langmatt, Facebook sowie hier zu sehen.
Idee, Konzept und Fragen von Markus Stegmann, Direktor Museum Langmatt
Klicken Sie auf die Fotos, um die Clips abzuspielen.



























FAQ – Häufig gestellte Fragen
Die Langmatt ist ein einzigartiges Ensemble, bestehend aus Architektur, Gartenanlage und Kunstsammlung. Sie zählt zu den wichtigsten privaten Sammlungen des Impressionismus in Europa und wurde im Wesentlichen zwischen 1908 und 1919 von Sidney Brown und seiner Frau Jenny angelegt, eine der Gründerfamilien der BBC. Heute ist die Langmatt ein wichtiger Ort Badener Identität, der Begegnung und Erholung.
Wertvoll ist zudem die gesamte Anlage als einzigartiges historisches Ensemble. Als zentrales Element gehört dazu der Park mit drei historischen Wirtschaftsgebäuden. Der Kanton Aargau klassiert die Langmatt als einen von elf kulturellen Leuchttürmen. Das gesamte Ensemble steht unter Denkmalschutz.
Das Museum Langmatt wurde 1990 eröffnet. Mittlerweile zählt die Langmatt mehr als 25'000 Besucher:innen jährlich, Tendenz steigend.
1900/01 wurde die Jugendstilvilla als repräsentatives Wohnhaus der Familie Sidney und Jenny Brown errichtet. Seit Gründung der BBC (heute ABB) 1891 durch seinen Bruder Charles Brown und Walter Boveri arbeitete Sidney Brown als technischer Leiter und späterer Verwaltungsratsdelegierter für die zum Weltkonzern aufsteigende Elektrotechnikfirma.
Den grössten Teil ihrer Sammlung legten Sidney und Jenny Brown bemerkenswert früh zwischen 1908 und 1919 an. Damals war der Impressionismus noch zeitgenössische Kunst, weitgehend unverstanden und stiess auf scharfe Ablehnung. Rendite- oder Prestigegründe konnten daher beim Erwerb keine Rolle gespielt haben. Dass unternehmerischer Erfindergeist und mutige kunsthistorische Weitsicht derart kongenial zusammenfallen, sucht in der Schweiz und Europa seinesgleichen.
Sidney und Jenny Brown hatten drei Söhne, die jedoch ohne Nachkommen blieben. John A. Brown, der letzte Sohn der Familie, vermachte das gesamte Ensemble der Stadt Baden mit der Auflage, eine Stiftung einzurichten, um das Haus mit den Sammlungen als öffentliches Museum zu betreiben. 1990 wurde das Museum Langmatt eröffnet.
Seit 2016 hat das Museum Langmatt seine Aktivitäten für ein breites Publikum aller Generationen wesentlich erweitert. Ausstellungen verknüpfen die impressionistische Sammlung immer wieder neu und überraschend mit der Gegenwartskunst. Aber auch das Veranstaltungsprogramm profitierte von umfassenden Belebungen: Beispiele sind Yoga im Park während des Sommers, die Poet:innen zur Lage der Nation am 1. August, die Langmatt Motor Classics oder das Winter Wonderland. Zahlreiche Kooperationen mit zumeist regionalen Institutionen erschliessen völlig neue Publikumssegmente.
Mittlerweile zählt die Langmatt mehr als 25'000 Besucher:innen jährlich, Tendenz steigend. Das Museum organisiert rund 80 öffentliche Veranstaltungen und 5 bis 7 kleinere und grössere Ausstellungen pro Jahr.
Als zentraler Ort Badener Identität spielt die Langmatt eine wichtige Rolle für das kollektive Gedächtnis der Region und für die Industriegeschichte der Schweiz.
Wohnräume vermitteln das einstige grossbürgerliche Leben und zeigen, wie selbstverständlich die impressionistischen Bilder zum Alltag der Browns gehörten. Als magische «Zeitkapsel» ist die Langmatt ein unvergleichlicher Ort vielschichtiger Begegnung. Gerade für Schulklassen bietet die Langmatt einmalige Möglichkeiten eines sinnlichen Erlebens von Geschichte und Herkunft.
Seit 2016 hat das Museum Langmatt seine Aktivitäten für ein breites Publikum aller Generationen wesentlich erweitert. Die Langmatt bietet einer breiten Bevölkerung als bedeutendes Museum, Industriekulturzeuge und wunderbares Haus der Entdeckungen eine Vielfalt an Erlebnissen. 5 bis 7 kleinere und grössere Ausstellungen pro Jahr verknüpfen die impressionistische Sammlung immer wieder neu und überraschend mit der Gegenwartskunst. Dazu organisiert das Museum rund 80 öffentliche Veranstaltungen.
Heute ist die Langmatt ein vielfältiger Begegnungsort mit hoher Aufenthaltsqualität: fest in der Region verankert mit zunehmend nationaler und internationaler Ausstrahlung.
Die Villa Langmatt litt seit Langem unter Substanzverlust. Gleichzeitig stand das Vermögen der Stiftung Langmatt Sidney und Jenny Brown kurz vor der Erschöpfung. Das kantonale Schutzobjekt musste für 20 Mio. Franken saniert und der Betrieb auf eine finanziell gesunde Basis gestellt werden, um diesen überregionalen Leuchtturm zu sichern.
Die Stadt Baden und die Stiftung Langmatt haben sich dazu auf ein partnerschaftliches Vorgehen geeinigt: Während die Stiftung ihr Vermögen sanierte und aus den Kapitalerträgen sowohl den Museumsbetrieb als auch die künftige Instandhaltung der Villa sichert, leistete die Stadt – unter Mithilfe von Kanton und Dritten – den Hauptbeitrag zur Instandsetzung der Immobilie.
Das Gebäude des Museums Langmatt – die gleichnamige Villa – war dringend sanierungsbedürftig. Gleiches galt für das Kapital der Stiftung Langmatt, der Trägerin des Museums. Die Erträge aus dem Stiftungskapital reichten bei Weitem nicht aus, um den Museumsbetrieb zu finanzieren, nicht zuletzt, weil seit Jahren erhebliche bauliche Notmassnahmen zu tätigen waren. Haus und Stiftungsvermögen mussten saniert werden, damit die Stiftung überlebensfähig und das Museum inklusive Park weiterhin für die Öffentlichkeit zugänglich und erlebbar bleiben.
Dank einem planmässigen Projektverlauf konnte das sanierte Museum Langmatt am Samstag, 9. und Sonntag, 10. Mai 2026 wiedereröffnet werden.
Die Stiftung Langmatt war Bauherrin. Die Abteilung Bau der Stadt Baden unterstützte die Stiftung bei Planung und Umsetzung des Bauvorhabens.
Um den Bedürfnissen des Publikums zu entsprechen, stehen vier Neuerungen im Zentrum: Pavillon, Eingangsbereich, Lift und Ganzjahresöffnung.
Pavillon
Der filigrane, multifunktionale und beheizbare Pavillon bietet dem Publikum Gelegenheit, zu verschiedenen Anlässen wie Vernissagen oder Apéros zusammenzukommen. Ausserhalb von Veranstaltungen dient der Pavillon als gedeckter Aufenthaltsort. Bislang fehlte eine Schlechtwettervariante für Gruppen und Schulklassen.
Eingangsbereich
Im ehemaligen Ökonomiegebäude links vom Haupteingang ist der neue Eingangsbereich untergebracht, bestehend aus Kasse, Museumsshop, Garderobe und WCs. Das ehemalige Ökonomiegebäude bietet nicht nur erheblich mehr Platz, sondern schafft auch die Möglichkeit, das ursprüngliche Vestibül der Familie Brown wiederherzustellen. Museumsbesuchende erleben eine Atmosphäre, wie sie die Gäste der Browns damals gespürt haben.
Lift
Ein Lift erschliesst erstmals alle Etagen der historischen Villa vom Keller bis ins 2. Obergeschoss. Er ist vom neuen Eingangsbereich im Ökonomiegebäude her zugänglich und verschafft dem Publikum Zugang zu den Ausstellungsräumen. Somit wird eine barrierefreie Erschliessung möglich, welche die historische Bausubstanz nur minimal tangiert. Von aussen ist der Lift nicht sichtbar.
Ganzjahresöffnung
Die ganzjährige Öffnung von Museen entspricht einem selbstverständlichen Bedürfnis des Publikums. Die bisherige mehrmonatige Schliessungszeit der Langmatt lässt sich dem Publikum heute nicht mehr vermitteln. Die umfassenden Reinigungsarbeiten werden zukünftig während des laufenden Betriebs erledigt. Dadurch kann die Langmatt ganzjährig geöffnet werden und profitiert von den traditionell besucherstarken Monaten Januar und Februar.
Die Gebäudesanierung kostet rund 20 Mio. Franken. Die Investitionskosten wurden unter den beteiligten Parteien – Stadt Baden, Kanton Aargau, Regionsgemeinden, Stiftungen, Unternehmen und Private – aufgeteilt. Stiftung und Museum generierten rund 3,35 Mio. Franken an Drittmitteln durch Beiträge von Stiftungen, Unternehmen, Gemeinden und Privatpersonen. Für die Sanierung des Stiftungsvermögens brachte der Verkauf von 3 Bildern rund CHF 40,3 Mio. Franken ein, aus deren künftigen Kapitalerträgen der Betrieb finanziert wird. Alle zentralen Meisterwerke der Sammlung bleiben in der Langmatt.
Die Villa Langmatt, erbaut 1900/01, wurde in ihrer Geschichte noch nie grundlegend saniert und litt daher seit langem unter Substanzverlust. Es handelt sich um ein bedeutendes kantonales Schutzobjekt, das sogar im Verzeichnis der Denkmäler von nationaler Bedeutung des Bundesamts für Kultur eingetragen ist. Daher erforderte die Gesamtsanierung ein ausserordentliches Mass an spezialisierter Fachkompetenz mit zahlreichen Beteiligten. Angesichts dieses Aufwands und im Vergleich mit ähnlichen Sanierungen sind die Gesamtkosten in Höhe von 20 Mio. Franken vergleichsweise moderat, zumal darin auch die Kosten für den Bau eines neuen, multifunktionalen Pavillons, eines Lifts zur Barrierefreiheit und eines neuen Eingangsbereichs enthalten sind.
Die Stadt Baden beteiligt sich mit 10 Mio. Franken an der baulichen Sanierung und Erweiterung. Dazu erwarb die Einwohnergemeinde Baden einen Drittel des Aktienkapitals, erhält damit 500 Aktien und wirkt fortan als Minderheitsaktionärin in der neu gegründeten Gesellschaft mit, wo sie das öffentliche Interesse als gewichtige Partnerin einbringen kann.
Die Langmatt ist das Vermächtnis der Industriellen- und Sammlerfamilie Brown, einer der Gründerfamilien der damaligen Brown Boveri & Cie. (BBC). Ihre Sammlung zählt zu den bedeutendsten Privatsammlungen des französischen Impressionismus in Europa. Die Langmatt ist damit nicht nur Teil der Identität der Stadt Baden, sondern auch eine Zeitzeugin der Industriegeschichte in der Schweiz und ein kulturhistorischer Schatz. Die Stadt schliesst die Langmatt aus diesem Grund seit langem in ihre Tätigkeit und ihr Angebot hinsichtlich Kultur und Geschichte sowie Naherholung und Standortentwicklung ein. Die Verbundenheit mit der Stiftung rührt daher, dass die Stadt Baden – als Alleinerbin von Villa, Sammlung und Park – die Stiftung als Betreiberin selber eingesetzt und damit erreicht hat, dass sich eine privatrechtliche Körperschaft um den Betrieb des Museums kümmert. Es liegt deshalb im Interesse der Stadt Baden und damit der gesamten Einwohnerschaft, dass die Stiftung auf gesunden Beinen steht.
Das Badener Stimmvolk stimmte am 18. Juni 2023 über die Beteiligung mit 10 Mio. Franken an der gemeinnützigen Villa Langmatt AG ab, um so einen Beitrag an die bauliche Sanierung zu leisten. Die Vorlage wurde mit einem Ja-Stimmen-Anteil von 79.25 % angenommen.

Während des dreijährigen Projekts Zukunft Langmatt wurden vom Stiftungsrat und von Heller Enterprises alle Möglichkeiten zur Sanierung des Stiftungskapitals eingehend geprüft. Selbstverständlich ist es schmerzlich, dass drei Bilder aus dem eigenen Bestand veräussert werden mussten, aber als Ultima Ratio leider ohne Alternative. Umfangreiche Abklärungen unter Beizug von Spezialist:innen ergaben, dass die angestrebten CHF 40 Mio. mit einem Verkauf von höchstens drei Bildern erreichbar sein würden, ohne den Kernbestand der Sammlung zu tangieren. Die zuständige Stiftungsaufsicht hatte in der Folge und mangels Alternativen dem Bilderverkauf zugestimmt. Der Verkauf erfolgte am 9. November 2023 in Zusammenarbeit mit dem Auktionshaus Christie’s. Der begrenzte Verkauf hat es ermöglicht, das gesamte historische Ensemble für die nachfolgenden Generationen zu retten.
























