Langmatt-Vedute XII

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Was?              Langmatt-Vedute XII: Blick auf die Fondamenta delle Zattere vom Canale della Giudecca aus; links
                         die kleine Kirche Santa Maria della Visitazione und, in der Mitte, Santa Maria del Rosario, genannt
                         Gesuati

Maler?             Anonymer Venezianischer Meister (Apollonio Domenichini?)

Jahr?               1743-1744

Masse?           25,5 cm x 38,0 cm

Technik?         Öl auf Leinwand

 

Was wissen wir über das Gemälde?

Das Bild ist eine von insgesamt 13 Ansichten, sogenannten Veduten, Venedigs, welche das Museum Langmatt besitzt. Darüber, ob es sich bei dem Maler der Bilder um Apollonio Domenichini oder einen namentlich nicht bekannten Künstler handelt, ist die Forschung bis heute geteilter Meinung. Die Gemälde basieren auf den Vorbildern der grossen venezianischen Vedutenmaler des 18. Jahrhunderts wie z.B. Canaletto, ergänzt durch freie und wohl auch persönliche Eindrücke des Malers. Die Veduten III (an der Wand gegenüber: Gabelung des Rio di Noale und des Rio della Misericordia, mit der Scuola Grande della Misericordia und dem Palazzo Lezzi) und XII stellen in der Reihe der Langmatt-Veduten eine Ausnahme dar: sie sind Eigenschöpfungen des Künstlers, die später wiederum von anderen Vedutenmalern kopiert wurden.

Der Maler hat mit viel Liebe zum Detail — man betrachte z.B. die Fassade der das Bild beherrschenden Kirche Santa Maria del Rosario oder die Menschen und den Hund vor der Kirche Santa Maria della Visitazione links — das rege Treiben auf dem Wasser und an Land eingefangen. Ein Merkmal des anonymen Künstlers ist die Darstellung des Wassers mittels weisser Striche auf grünblauem Grund, welche später von anderen Vedutenmalern nachgeahmt wurde.

Die venezianischen Veduten, die den schon damals zahlreichen Reisenden als Andenken an die Lagunenstadt dienten, waren der Ausgangspunkt des sogenannten Vedutismus, der besonders in Venedig, Rom und Florenz vielen Malern ein Einkommen sicherte.


Übrigens: der Palazzo mit den Spitzbogenfenstern vor dem Campanile in der rechten Bildhälfte beherbergt heute das Schweizerische Honorarkonsulat.