SOMMERAUSSTELLUNG 2014

Salon distingué — Hausrat in guter Gesellschaft

Zeitgenössische Kunst im Dialog mit dem Interieur der Langmatt

Gastkuratorin Nadia Schneider Willen

Vernissage, Samstag, 3. Mai 2014, 17 Uhr

4. Mai bis 30. November 2014

GERARD BYRNE, NATALIE CZECH, ELMGREEN & DRAGSET, DIANGO HERNÁNDEZ, MARKUS MÜLLER, MARKUS SCHINWALD, KATHRIN SONNTAG, MONIKA SOSNOWSKA, NELE STECHER, ERIK STEINBRECHER, LENA MARIA THÜRING, ERIKA VERZUTTI, HAEGUE YANG


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Erika Verzutti, Tarsila com Novo, 2011


Das Museum Langmatt reflektiert als ehemalige Industriellenvilla des frühen 20. Jahrhunderts auch heute noch die Bedürfnisse, Wertvorstellungen und geschmacklichen Präferenzen einer bestimmten gesellschaftlichen Schicht, zu deren Selbstverständnis es gehörte, sich mit schönen, wertvollen Dingen und Kunst zu umgeben. Die Ausstellung Salon distingué befasst sich eingehend mit dem Hausrat in guter Gesellschaft und spricht damit die funktionale Vielschichtigkeit des Museums Langmatt an: als Bühne, als Ausstellung und als Zeitmaschine.

Vor die Herausforderung gestellt, in einem vollständig eingerichteten Wohnhaus mit reichem Inventar ein zeitgenössisches Kunstprojekt zu kuratieren, liegt es nah, den häuslichen Charakter der ehemals grossbürgerlichen Villa zum Vorwand zu nehmen, um dem Ensemble absichtsvoll weitere Dinge unterzumischen. In den als Ausstellungsräumen genutzten Schlafzimmern wie auch im repräsentativen Wohninterieur des Erdgeschosses wird der Besucher mit zeitgenössischen Skulpturen und Objekten konfrontiert, die sich — diskret oder ostentativ — ins bestehende Inventar einfügen. Der gemeinsame Nenner dieser Kunstwerke besteht darin, von Gebrauchsgegenständen und Alltagsobjekten wie Tischen, Lampen, Geschirr oder auch Petflaschen-Deckeln auszugehen, um diese — durch die Kombination mit anderen Objekten, das Verunmöglichen ihres Gebrauchs oder das Überführen in eine andere Materialität — aus der Sphäre der funktionalen Gegenstände ins Reich der ausstellbaren Objekte zu transferieren.

Haegue Yang interessiert sich für unseren gewöhnlichen Alltag, der in ihren Augen durchaus mystische Aspekte beinhaltet. Jalousien, Glühbirnen oder Material aus dem Baumarkt spielen in ihren Installationen eine zentrale Rolle, aber auch ihre kleineren Werke, wie die hier präsentierten, sind eine Art Hommage ans Banale. So hat sie beispielsweise eine Gruppe von Kassenrollen, Roll Cosies (2012), liebevoll in eine gestrickte Hülle gepackt, als ob das Archivband aller potentiell zu kaufenden Güter eines wärmenden Schutzes bedürfte. In Diango Hernández’ Installation Dining at Eight (2009), bestehend aus vier Tischen, an denen „Figuren“ aus gestapelten Lampenschirmen einander gegenüber platziert sind, wird der Hausrat als kulturell kodiertes Material eingesetzt, so dass er in der ungewöhnlichen Zusammenstellung der Einzelteile neue Geschichten erzählt. Ausgehend von der Herkunft der einzelnen Objekte, verweisen diese u.a. auf die Produktionsbedingungen der benutzten Güter und das daraus resultierende sozio-ökonomischen Machtgefälle. Monika Sosnowskas vor dem Haus installierte Betonskulptur Dirty Fountain (2006) könnte der Umgebung gesichtsloser sowjetischer Zweckbauten entsprungen sein: ein Trinkbrunnen, dessen Wasser durch die kleine Geste der Zugabe von schwarzem Pigment untrinkbar wird, wodurch sein Dienstleistungsangebot grundsätzlich in Frage gestellt ist.

Salon distingué — Repräsentation und Inszenierung

Die Ausstellung legt den Fokus aber nicht auf den Hausrat allein, sondern spielt mit dem Begriff „Salon“ auch auf die Aspekte der gesellschaftlichen Repräsentation und der Inszenierung an, welche integrale Bestandteile des bürgerlichen Lebensstils waren und sich in der Inneneinrichtung reflektieren. Meinte das Wort „Salon“ in Analogie zu den Personen, die sich in den repräsentativen Empfangsräumen zu treffen pflegten, im Französischen auch „die gute Gesellschaft“ („la bonne companie“), so verweist Salon distingué hier ebenso auf die Pariser Salons des 18. und 19. Jahrhunderts — die Konversationssalons — wie auf die gleichnamige, jährlich in Paris stattfindende Gemälde- und Skulpturenausstellung, die lange Zeit die wichtigste Kunstausstellung überhaupt war.

Das ehemalige Wohnhaus der wohlhabenden Browns war die Verwirklichung eines persönlichen Traumes, mehr noch, es war die materielle Verkörperung der perfekt komponierten Hülle, die veranschaulichte, wie man sich nach aussen hin repräsentiert sehen wollte: als distinguiertes — sprich vornehmes, kultiviertes — Mitglied der guten Gesellschaft. Herzstück dieser Mise en scène war die private Gemäldegalerie, die kurz nach Fertigstellung des Hauses für die wachsende Gemäldesammlung angebaut, aber auch für elegante Empfänge genutzt wurde. Die Langmatt war also schon zu den belebten Zeiten ihrer Hochblüte eine Bühne für die Inszenierung des perfekten grossbürgerlichen Lebensstils und — eine Ausstellung avant la lettre. Heute zeigt die inzwischen institutionalisierte Langmatt eine museale Reinszenierung der damaligen Selbstinszenierung als Dauerausstellung und ist so zu einer Materialisierung der Familiengeschichte geworden. In dieser Hinsicht ist Salon distingué eine Ausstellung in der — bereits zweifach gespiegelten — „Ausstellung“ und thematisiert die Inszenierung von Objekten mit den implizit darin enthaltenen möglichen Szenarien.

Während sich in Natalie Czechs Objektfotografien von Schallplatten oder Uhren fremde, literarische Texte eingeschrieben finden und die Betrachtung der Bilder sozusagen zum Leseakt wird, spielt Kathrin Sonntag in ihrer Diainstallation Blame it on Morandi (2011) tautologisch mit einer Überfülle von Verweisen auf das klassische Genre der Objektinszenierung: das gemalte Stillleben, in welchem so philosophische Aspekte wie Vergänglichkeit und Tod schon seit dem 17. Jahrhundert allegorisch thematisiert werden.

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Diango Hernández, Dining at Eight, 2009


Hausrat in guter Gesellschaft — Objekte auf der Bühne

Stellvertretend für die längst entschwundenen menschlichen Darsteller, die auf der selbstgeschaffenen Bühne einst ihre gesellschaftliche Rolle spielten, wird nun der Hausrat zum Akteur. Die Gegenstände dienen dabei als Projektionsflächen, auf die jeder seine Vorstellungen — von den Alltagsritualen und Marotten der früheren Hausherren, deren unerfüllten Bedürfnissen oder der unausgesprochenen Machtverteilung innerhalb des Familiengefüges — projizieren kann. So nehmen Möbelstücke anthropomorphe Züge an oder Kunstwerke ergreifen plötzlich das Wort.

Im Video Drama Queens (2007) von Elmgreen & Dragset unterhalten sich ikonische Skulpturen des 20. Jahrhunderts auf einer leeren Theaterbühne über den auf sie gerichteten Blick des Betrachters, die Bedingungen ihrer Existenz und ihre Alltagsnöte. Markus Schinwald setzt in seiner Skulpturenserie Untitled (Legs) Tischbeine so zusammen, dass sie kaum mehr als Möbelelemente, sondern als Körperteile wahrgenommen werden. Ihre Form wird als körperlich-gestischer Ausdruck lesbar und avanciert so zum Platzhalter für emotionale Befindlichkeiten und psychische Abgründe.

Um die Möglichkeiten des Konstruierens von Erzählungen und Szenarien auf dem schmalen Grat zwischen Dokumentation und Fiktion geht es bei den Arbeiten von Gerard Byrne, Nele Stecher und Lena Maria Thüring. Während inhaltlich u.a. Fragen nach dem Verhältnis zwischen persönlicher Identität, familiären Beziehungssystemen und gesellschaftlichen Normen gestellt werden, ist der gemeinsame Nenner dieser KünstlerInnen das Befragen der Wechselwirkung zwischen Sprache und Bildmedium — gesprochene Sprache und/oder geschriebener Text versus bewegtes Bild oder Fotografie.

Status des Objektes

Als Besucher lassen wir uns nur allzu gerne dazu verführen, zu glauben, dass das heutige Interieur genau so belassen wurde, wie es zu Zeiten der Browns war. Dies wohl auch deshalb, weil es das Ideal des „bürgerlichen Wohnens“ verkörpert — eine Einrichtungsart und Lebensweise, der bis heute viele Menschen aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten nacheifern. Einmal abgesehen von den Merkmalen typischer Museumsmöblierung (Klimageräte, Alarmanlage etc.) zeigen sich die Unterschiede zu früher vor allem in dem, was fehlt: der persönliche Kram — Schreibwaren, unerledigte Korrespondenz, Zeitungen, Radio — sowie Gegenstände, die eine rein funktionale Rolle spielten, wie beispielsweise ein einfacher Aschenbecher. Für die museale Inszenierung wurde „aufgeräumt“ und nur das Schöne und Wertvolle in Szene gesetzt. Möbel, Lampen, Porzellan und Silber, alles, was in der Vergangenheit über seine Funktionalität definiert war, wird heute zum Ausstellungsstück. Die Grenze zwischen Hausrat und Kunst war allerdings schon zu Zeiten der bewohnten Langmatt unscharf. Denn bereits damals hatten die wertvollen Antiquitäten nicht nur Gebrauchswert, sondern waren auch repräsentative Exponate im Rahmen der sorgfältig arrangierten Gesamtinszenierung. Umgekehrt war die Gemäldesammlung auch stets fester Bestandteil der Innenausstattung. Hier lebten keine obsessiven Sammler, die Kunst des Sammelns wegen erstanden und bereit waren, ihre Schätze in Depots einzulagern, sondern Kunstliebhaber, die sehr genau wussten, welche Werke sie wo in ihrem Haus platzieren wollten. Kunst kann also durchaus zu Hausrat werden — im grossbürgerlichen Interieur von früher genauso wie in den loftartigen Wohnungen von heute.

Werke wie die von Erika Verzutti, Markus Müller oder Erik Steinbrecher befragen latent den Status eines Objektes. Erika Verzutti schafft ausgehend von natürlichen Elementen wie Gemüse und Früchten neue Form-Konstellationen, die wiederum oft auf die Kunst selbst verweisen — auf ihre Machart, ihre Vorbilder, ihre Geschichte. Im Prozess des Abformens und Abgiessens gibt sie diesen Kompositionen aus ursprünglich schnell verderblichem Material „ewiges“ Leben und spielt mit den archaisch wirkenden Formen, etwa bei Venus Yogi (2013), auf die Skulptur als Objekt kultischer Verehrung an. Markus Müller thematisiert mit seinen beiden Arbeiten, Rahmen (2006) und Konversationsstücke (2014), Dinge, die der Sphäre des „Kunst-Zeigens“ und des Museumsdisplays entspringen. Seine Bilderrahmen und Stellwände, deren Dimensionen sich hier umgekehrt proportional verhalten, verselbständigen sich allerdings und werden selbst wiederum zu unabhängigen Objekten, welche die Beziehung zwischen Skulptur und Malerei reflektieren. Erik Steinbrecher interessiert sich u.a. für das Potential des gesellschaftlich und ästhetisch Wertlosen. Was geschieht mit einem geflochtenen Esel — einem Souvenir aus dem Mittelmeerraum, wie er in den 1970er Jahren in jedem kleinbürgerlichen Haushalt hätte stehen können —, wenn er mit abgerissenem Kopf zur Bronzefigur wird? Im Gegensatz zu den beiden chinesischen Terrakotta-Pferden, die von den Browns als Grabbeigaben aus der Tang-Dynastie gekauft wurden, sich später aber als Fälschungen erwiesen, trägt Der symmetrische Esel (2009) das ironische Potential der Entwertung und Enttäuschung bereits in sich.

Zeitkollaps und Anachronie

Wer die Langmatt betritt, begibt sich auf eine Zeitreise — allerdings auf eine, die nicht chronologisch rückwärts in die Vergangenheit führt. Ungewöhnlich ist, dass das Haus in ästhetischer Hinsicht nur wenige Jahre als „zeitgenössisch“ gelten konnte, nämlich unmittelbar nach seiner Erbauung. Der Architekt Karl Moser hatte das Wohnhaus um die Jahrhundertwende ganz im Sinne des damals aktuellen Jugendstils mit starkem Arts-and-Crafts-Einschlag und der Atmosphäre eines englischen Landhauses gestaltet. Angekauft wurde Kunst von Malern der Münchner Schule, also durchaus Werke von Gegenwartskünstlern, wenn sie auch nicht zur Avantgarde zählten. Initialzündung für den formal-ästhetischen Paradigmenwechsel des Langmatt-Interieurs war das Aufflammen der Leidenschaft des Ehepaars Brown für die französischen Impressionisten. Von nun an wurde die Inneneinrichtung und der Hausrat der Villa einer graduellen Metamorphose unterzogen, um der neuen Sammlung einen passenden Rahmen zu bieten. In den 1920er Jahren hatte sich die Erscheinung der Langmatt radikal verändert und präsentierte sich jetzt als edle französische Maison Bourgeoise aus dem frühen 19. Jahrhundert, mit Blumentapeten, Stuckpaneelen, Boiserien und Möbeln der Stilepochen Empire, Louis XV und Louis XVI. Schon zu seiner Blütezeit zwischen den beiden Weltkriegen war das Brownsche Domizil also zu dem „historischen Ensemble“ geworden, als das wir es heute noch wahrnehmen.

Zwischen den Zeiten stehend und gleichzeitig in einem bestimmten gesellschaftlichen Kontext fest verankert — dies ist es vielleicht, was die Langmatt als Museum charakterisiert. Mit der Ausstellung Salon distingué wird eine weitere zeitliche Ebene hinzugefügt und eine Reibung zwischen Objekten aus ganz unterschiedlichen Zeitschichten provoziert, wie sie in einem klassischen Kunstmuseum oder gar einem White Cube nie entstehen würde.

Die Fotoserie Images or Shadows of Divine Things (2005—) von Gerard Byrne thematisiert diese Art komplexer Beziehungen zwischen Zeit, Erscheinung und fotografischem Dokument. Seine Schwarz-Weiss-Aufnahmen, auf die Tradition der amerikanischen Fotografie Mitte des letzten Jahrhunderts verweisend, zeigen Motive, die uns an unsere nahe Vergangenheit erinnern oder so wenige Anhaltspunkte über den Augenblick ihrer Aufnahme preisgeben, dass sie gänzlich zeitlos wirken. De facto sind alle Aufnahmen seit 2005 bis heute entstanden und zeigen anachronische Orte, wie die Langmatt selber einer ist: ein Raum, in dem Zeitebenen verschmelzen und ein Kontinuum aus Vergangenheit Gegenwart und Zukunft .


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Gerard Byrne, Homme à femmes (Michel Debrane), 2004


Veranstaltungen


DO 12. JUNI, 19.00

Hausbesuch – Dialogischer Rundgang durch
Villa und Park: mit Winfried Heininger, Gestalter und Verleger von
Kodoji Press, Baden und der Kuratorin.

SO 15. JUNI, 11.00

Die Kuratorin Nadia Schneider Willen führt durch die Ausstellung Salon distingué – Hausrat in guter Gesellschaft

* MI 20. AUGUST, 12.15

Führung, Tatjana Kellenberger, Salon distingué – Hausrat in guter Gesellschaft, mit anschliessendem Imbiss

SO 24. AUGUST, 11.00

Hausbesuch – Dialogischer Rundgang durch Villa und Park. Sichtweisen von innen und aussen, gestern und heute: mit Anja Bandorf, Landschaftsarchitektin BSLA, bnp Landschaftsarchitekten, Zürich und der Kuratorin.

SA 30. AUGUST,
10.00–17.00

Upper-Dogs – Hunde gehörten zu Lebzeiten des Ehepaars Brown zur Langmatt und ihrem Park. Seit die Villa zum Museum wurde, blieb den Vierbeinern der Park jedoch verschlossen. Dies ändert sich nun zumindest punktuell an einem Sommerwochenende, an dem der Park ausnahmsweise wieder für Hunde und ihre Besitzer geöffnet sein wird.

* SO 31. AUGUST,
10.00–17.00

Upper-Dogs – Wer mit seinem Hund mehr machen möchte als den Park der Langmatt spazierend zu erkunden, kann verschiedenen Mensch-Hunde-Teams unter kundiger Anleitung der Hundetrainerin Carolina Jaroch (Hundeschule animalcoach.ch) beim Vorführen von lustigen Trick zuschauen oder diese mit dem eigenen Hund auch gleich selber ausprobieren!

DI 16. SEPTEMBER, 19.00

Dialog zwischen Sarah Zürcher
und der Kuratorin der Ausstellung Salon distingué – Hausrat in guter Gesellschaft, Nadia Schneider Willen

DI 23. SEPTEMBER, 19.00

Tea Time in the Library

Die Schauspieler Helmut Vogel und Graziella Rossi lesen aus englischen Romanen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts vor, die sich mit den Themen-kreisen der Ausstellung befassen.

Textkonzept und Einführung von Bettina Spoerri, Leiterin Aargauer Literaturhaus.

In Kooperation mit dem Aargauer Literaturhaus, Lenzburg, www.aargauer-literaturhaus.ch

SO 28. SEPTEMBER, 11.00

Hausbesuch – Dialogischer Rundgang durch Villa und Park, mit Christian Kerez, Architekt, Zürich und der Kuratorin

DI 14. OKTOBER, 18.00 Uhr

„Von Kunst und Kram“. Ein Künstlergespräch mit Erik Steinbrecher und der Kuratorin Nadia Schneider Willen im Rahmen der Ausstellung „Salon distingué. Hausrat in guter Gesellschaft“

SO 19. OKTOBER, 11.00

Führung, Carla Gehler, Salon distingué – Hausrat in guter Gesellschaft

MI 5. NOVEMBER, 19.00

Hausrat-Geschichten

Monica Cantieni, Nathalie Schmid und Ernst Strebel, drei Schweizer AutorInnen sind eingeladen, die Villa Langmatt und deren Hausrat kritisch unter die Lupe zu nehmen, um sich davon zu literarischen Texten inspirieren zu lassen. Am 5. November stellen sie ihre Texte vor.

Einführung von Bettina Spoerri, Leiterin Aargauer Literaturhaus und der Kuratorin der Ausstellung.

In Kooperation mit dem Aargauer Literaturhaus, Lenzburg, www.aargauer-literaturhaus.ch

* MI 12. NOVEMBER, 12.15

Führung, Milena Seiler: Salon distingué – Hausrat in guter Gesellschaft

SO 30. NOVEMBER, 11.00

Finissage der Ausstellung Salon distingué – Hausrat in guter Gesellschaft

Für die mit * bezeichneten Veranstaltungen bitten wir um Anmeldung: +41 (0)56 200 86 70 oder info@langmatt.ch


SALON DISTINGUÉ

– Hausrat in guter Gesellschaft


Zeitgenössische Kunst im Dialog mit dem Interieur der Langmatt


Gastkuratorin Nadia Schneider Willen
4. Mai bis 30. November 2014



Markus Müller, Rahmen, 2006

Markus Müller, Rahmen, 2006


GERARD BYRNE, NATALIE CZECH, ELMGREEN & DRAGSET, DIANGO HERNÁNDEZ, MARKUS MÜLLER, MARKUS SCHINWALD, KATHRIN SONNTAG, MONIKA SOSNOWSKA, NELE STECHER, ERIK STEINBRECHER, LENA MARIA THÜRING, ERIKA VERZUTTI, HAEGUE YANG


Hausrat – Möbel, Teppiche, Vorhänge, Dekorationsobjekte – kurz, die Einrichtungsgegenstände, mit denen wir unsere privaten Lebensräume gestalten, sind Materialisierungen unserer persönlichen Geschichte. Hausrat wird geerbt oder gekauft, besteht aus der Zusammenführung von Gegenständen aus unserer Vergangenheit und Gegenwart. Objekte aus unserer familiären Vorgeschichte gehören ebenso dazu wie Dinge, die uns heute nützlich, gut oder schön erscheinen und widerspiegeln, wie wir uns sehen oder von Anderen gesehen werden wollen: Hausrat dient nicht zuletzt der Konstruktion von Identität und gesellschaftlicher Zugehörigkeit.

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Erika Verzutti, Venus Aluna, 2013

Das Museum Langmatt reflektiert als ehemalige Industriellenvilla des frühen 20. Jahrhunderts auch heute noch die Bedürfnisse, Wertvorstellungen und geschmacklichen Präferenzen einer bestimmten gesellschaftlichen Schicht, zu deren Selbstverständnis es gehörte, Kunstwerke und wertvolle Kulturgüter zu erwerben, um damit zu leben.Die AusstellungSalon distingué – Hausrat in guter Gesellschaftnimmt den häuslichen Charakter des Museums Langmatt als Ausgangspunkt, um zu erkunden, wie im grossbürgerlichen Interieur Hausrat zu Kunst und Kunst zu Hausrat werden kann. t

Salon distingué – Hausrat in guter Gesellschaftkonstatiert, was auf einem Rundgang durch das Haus latent spürbar ist: Mehr noch als ein Museum ist die Langmatt heute Projektionsfläche und Bühne – allerdings ohne Schauspieler, welche das Setting zum Leben erwecken würden. Die Ausstellungmacht deutlich, wer heute die wahren Protagonisten im Haus sind, nämlich der Hausrat und die Kunst – und die haben nicht wenig zu erzählen!